SAP-Anwender: Offenheit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

4 Min. Lesezeit
Offene Standards statt Abhängigkeiten. KI ohne Cloud-Zwang. Mehr Kontrolle über die eigene IT-Strategie.

Auf unserem Simplifier Customer Summit diskutierten Kunden, Partner und Digitalisierungsexperten nicht nur über die Zukunft von SAP-Landschaften und Künstlicher Intelligenz – sie bezogen auch selbst Position. Per Live-Abstimmung über Mentimeter bewerteten die Teilnehmer vier bewusst provokant formulierte Thesen.

Die Ergebnisse zeigen ein bemerkenswert klares Bild: Unternehmen wünschen sich vor allem eines – mehr technologische Souveränität.

Erkenntnis 1: Offenheit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Die stärkste Zustimmung erhielt die These:

„Im Datenzeitalter haben Interoperabilität und offene Standards die höchste Relevanz für die Daten- und Prozessplattformen von Unternehmen.“

79 Prozent stimmten zu, lediglich 3 Prozent widersprachen.

Das überrascht nicht. Kaum ein Unternehmen arbeitet heute noch ausschließlich in einer SAP-Welt. Moderne Prozesslandschaften verbinden ERP-Systeme mit CRM-, PLM-, MES-, IoT- und zahlreichen Cloud-Anwendungen. Je einfacher Daten und Prozesse über Systemgrenzen hinweg orchestriert werden können, desto schneller entstehen Innovationen.

Die Botschaft der Teilnehmer ist eindeutig: Offene Architekturen sind kein Nice-to-have mehr, sondern eine strategische Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit.

Erkenntnis 2: KI ist kein Cloud-Projekt

Auch die zweite These fand breite Zustimmung:

„Für die KI-Nutzung muss man weder auf S/4HANA wechseln noch in die Cloud gehen. Auch On-Premises Kunden können ihre Geschäftsprozesse mit Hilfe von KI automatisieren und optimieren.“

69 Prozent stimmten zu, nur 2 Prozent lehnten die Aussage ab, und immerhin 29 Prozent wollten sich hier nicht festlegen.

Bemerkenswert ist dabei vor allem, dass offenbar immer mehr Unternehmen KI nicht mehr ausschließlich als Bestandteil einer Cloud-Transformation betrachten. Stattdessen wächst die Erkenntnis, dass sich auch bestehende On-Premises-Landschaften intelligent erweitern lassen. Sie sind offensichtlich kein Bremsklotz mehr für innovative Ambitionen. KI wird damit zunehmend zu einer Fähigkeit, die unabhängig vom Betriebsmodell eingesetzt werden kann – vorausgesetzt, Daten, Prozesse und Integrationen sind entsprechend vorbereitet.

Erkenntnis 3: Strategische Kontinuität wird kritisch hinterfragt

Besonders interessant fiel die Diskussion rund um die dritte These aus:

„Auf die Langlebigkeit von SAP-Entscheidungen ist wenig Verlass: Einst strategische Technologien und Lösungen (z.B. SAP Build Apps) werden abgekündigt. SAP-Kunden zahlen oft die Zeche für die Migration in die nächste Generation.“

55 Prozent stimmten dieser Aussage zu, während 45 Prozent stimmten nicht zu.

Die Ergebnisse zeigen kein geschlossenes Meinungsbild – wohl aber eine spürbare Verunsicherung.

Viele Unternehmen investieren über Jahre hinweg in Plattformen, Entwicklungswerkzeuge und Architekturen. Werden strategische Technologien später eingestellt oder neu ausgerichtet, entstehen zusätzliche Migrationsaufwände und Investitionen.

Gerade deshalb gewinnen langfristig stabile und möglichst offene Architekturen an Bedeutung.

Erkenntnis 4: Vendor Lock-in beschäftigt viele Unternehmen

Auch die vierte These traf einen Nerv:

„SAP nutzt seine Marktmacht und baut künstliche Hürden für die Kunden, zum Beispiel wenn sie auf SAP-Daten zugreifen wollen. Die Abhängigkeit von SAP ist bereits sehr groß und wo man kann, sollte man den weiteren vendor lock-in vermeiden.“

83 Prozent stimmten zu, und 17 Prozent verhielten sich zu dieser Frage neutral.

Dabei richtet sich die Diskussion nicht gegen SAP als strategischen Partner. Vielmehr geht es um die grundsätzliche Frage, wie Unternehmen ihre zukünftige Handlungsfreiheit bewahren können. Viele CIOs stehen heute vor der Herausforderung, Innovationen schnell umzusetzen, ohne sich technologisch unnötig festzulegen. Offene Standards, flexible Integrationsplattformen und Clean-Core-Strategien gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.

Das eigentliche Ergebnis: Unternehmen suchen nach mehr Souveränität

Betrachtet man alle vier Abstimmungen gemeinsam, zeichnet sich ein klarer Trend ab. Die Diskussion dreht sich längst nicht mehr nur um Cloud oder On-Premises, SAP oder Non-SAP. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage:

Wie lassen sich Innovation, Künstliche Intelligenz und Prozessmodernisierung so gestalten, dass Unternehmen langfristig flexibel bleiben?

Die Teilnehmer unseres Customer Summit haben darauf eine klare Antwort gegeben:

  • Offene Standards werden immer wichtiger.
  • KI soll unabhängig vom Betriebsmodell nutzbar sein.
  • Langfristige Investitionssicherheit gewinnt an Bedeutung.
  • Zusätzliche Abhängigkeiten sollen möglichst vermieden werden.

Diese Diskussion wird viele Unternehmen auch in den kommenden Jahren begleiten. Denn Digitalisierung bedeutet heute nicht mehr nur, neue Technologien einzuführen – sondern vor allem, die eigene Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern.

Fazit

Die Live-Abstimmung auf der Simplifier MAKERS X-CHANGE (MX26) hat gezeigt: SAP-Anwender denken strategisch. Sie suchen nach Wegen, Innovationen schneller umzusetzen, Künstliche Intelligenz sinnvoll einzusetzen und gleichzeitig ihre technologische Unabhängigkeit zu bewahren. Genau darin dürfte eine der wichtigsten Aufgaben moderner IT-Architekturen liegen: Stabilität und Offenheit miteinander zu verbinden – ohne Unternehmen vor die Wahl zwischen Innovation und Kontrolle zu stellen.

Ihr wollt mehr wissen?

Wir teilen gerne weitere Stimmungsbilder und wertvolle Impulse aus den Kundenvorträgen der MX26 mit euch – sprecht uns bei Interesse einfach darauf an!

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