Warum die adesso Schweiz AG und Simplifier eine Partnerschaft geschlossen haben

Wir durften in diesem Jahr bereits einige neue Partner begrüßen – jetzt auch den Schweizer Beratungs- und IT-Dienstleister adesso Schweiz AG (im Folgenden kurz als adesso bezeichnet). Als führendes Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen im deutschsprachigen Raum begleitet adesso seine Kunden bei der Optimierung von IT-gestützten Prozessen. Im Interview erläutert Dr. Christian Straube, Head Consulting Digital & Innovation bei adesso, wie vertraut seine Kunden mit dem Begriff «Low-Code» bereits sind und was sie sich von der Technologie erhoffen. Außerdem erklärt er, welche Möglichkeiten eine Low-Code-Plattform bieten muss, und warum Simplifier bei diesem Thema genau der richtige Partner für adesso ist.

„Das ideale Einsatzszenario für Simplifier hängt für mich stark mit dessen Power-Features zusammen…“

Dr. Christian Straube
Head Consulting Digital & Innovation
adesso Schweiz AG

(Lesezeit: Ca. 3 Min.)

Herr Dr. Straube, was genau sind Ihre Aufgaben bei adesso als Head Consulting Digital & Innovation? Wo liegen Ihre Schwerpunkte?

Unser Team verfolgt die Vision, dass jedes Unternehmen disruptive Technologien gewinnbringend einsetzen kann. Dafür identifizieren wir vielversprechende Kandidaten und Themen, entwickeln passende Beratungsdienstleistungen dazu und unterstützen unsere Kunden in den drei Phasen „Evaluieren“, „Einführen“ und „Skalieren“. Daneben entwickeln wir Branchen- und Industrielösungen, die disruptive Technologien nutzen und so neue Potenziale freisetzen.

Wenn Sie mit Unternehmen in der Schweiz und in Deutschland sprechen, welchen Eindruck haben Sie – können die meisten Ihrer Kunden schon etwas mit den Begriffen Low-Code und Citizen Development anfangen?

Der Begriff Low-Code ist häufig schon bekannt, die Vorstellungen dazu aber sehr unterschiedlich. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass Low-Code die Fachabteilungen und gleichzeitig die IT anspricht und diese beiden Welten näher zusammenbringt. Im Sinne einer weiteren Qualitätssteigerung des Ergebnisses agieren die beiden Bereiche beim Low-Code-Ansatz gemeinsam. Low-Code an sich ist nicht neu, die eingesetzten Bausteine gibt es teilweise schon seit vielen Jahren, zum Beispiel die grafische Modellierung von Oberflächen und von Businesslogik. Diese bekannten Ansätze werden nun jedoch kombiniert und ergänzt mit Applikationsgenerierung, One-Klick-Deployment und dem massiven Einsatz von Integration. Das Ergebnis wird als „Software Development Platform as a Service“ bereitgestellt und ist so dann direkt out-of-the-box nutzbar. Dieser Aspekt von Low-Code-Plattformen ist vielen noch nicht geläufig. Der Begriff Citizen Development ist noch nicht so bekannt wie Low-Code. Zudem gibt es bezüglich des Konzepts immer wieder Bedenken hinsichtlich Applikationswildwuchs und qualitativ unzureichenden Anwendungen, was die IT-Abteilungen natürlich nicht ent- sondern weiter belasten würde. Diese Bedenken können mit einem sauber etablierten „Center of Excellence“, entsprechender Governance und klaren Erwartungshaltungen jedoch aus dem Weg geräumt werden.

Wie viele Unternehmen setzen in der Praxis bereits auf den Einsatz von Low-Code-Plattformen? Was erhoffen sich Ihre Kunden von dem Einsatz einer solchen Lösung?

Es wird viel darüber gesprochen, allerdings stehen viele erst am Beginn der Low-Code-Reise. Deshalb ist zunächst eine saubere Evaluation notwendig, um nicht monate- oder gar jahrelang auf das falsche Pferd zu setzen. Die Erwartungshaltungen sind sehr unterschiedlich, wobei bei etwa der Hälfte meiner Gespräche noch gar keine Erwartungshaltung formuliert ist, weil das Thema Low-Code beziehungsweise die bereits genannte neuartige Kombination und Bereitstellung als Plattform noch kaum bekannt ist. Sprechen wir dann allerdings über die Möglichkeiten von Low-Code zur Prozessoptimierung, für das IT-Replatforming und die Digital Experience, dann sprudeln auf einmal die Ideen. Apps, die der Kunde schnell und selbstständig an Prozessverbesserungen anpassen kann, perfekt zur Situation passende Informationen, die mit sehr wenig Aufwand aus den vorhandenen Umsystemen geladen werden, und Self-Service Applikationen pro Kundengruppe, die die Kundenbindung steigern – damit können viele etwas anfangen.

Wie funktioniert in der Praxis der Einsatz der entsprechenden Lösungen? Welche Hürden gibt es hier im Zusammenhang häufiger? Wie lassen sich diese am besten überwinden?

Low-Code ist eine disruptive Technologie, weil sich damit die Art und Weise, wie Applikationen entwickelt werden, nachhaltig verändert. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass eine übergreifende Zusammenarbeit mit raschen Entscheidungen die neue Arbeitsweise ist, dass die möglichen Ergebnisse der entwickelten Applikationen jederzeit transparent und verständlich aufgezeigt werden müssen, oder dass aufgrund der einfachen Bedienung von Low-Code-Plattformen klar festgelegt werden muss, welche Applikationen (nicht) entwickelt werden, um die IT-Kapazität nicht durch «unnötige» Applikationen zu belasten. All diese Aspekte können aber mit klarer Kommunikation, einem phasenweisen Vorgehen und einem Center of Excellence im Unternehmen problemlos sichergestellt werden.

Sie beschäftigen sich bei adesso mit den verschiedensten Lösungen und Einsatzbereichen. Was muss eine Low-Code-Plattform in Ihren Augen auf jeden Fall bieten? Was ist für Sie das ideale Einsatzszenario für die Plattform Simplifier?

Es gibt nicht die eine perfekte Plattform, sondern die Lösung muss zum Einsatzzweck passen. Hierbei hilft beispielsweise die Definition des primären Einsatzszenarios, also Prozessoptimierung, Modernisierung der IT-Landschaft oder Digital Experience für Kunden. Daraus ergeben sich eine Reihe von Kriterien. Daneben spielen die Reife der IT-Landschaft, die organisatorischen Voraussetzungen und die verfügbaren beziehungsweise geplanten Ressourcen eine Rolle. Das ideale Einsatzszenario für Simplifier hängt für mich stark mit dessen Power-Features zusammen: die vielfältigen Konnektoren können in einem Integration-Layer wiederverwendet werden, Echtzeit-Kollaboration sowohl im Designer als auch in einer App-Vorschau, Einsatz eines Open-Source-Frameworks mit Langzeit-Support, Verfügbarkeit moderner JavaScript-Bibliotheken bei der Entwicklung … Wenn das genutzt werden kann, ist Simplifier unschlagbar. Simplifier ist SAP-nah und daher für diese Einsatzszenarien ebenfalls sehr gut geeignet, ich würde es aber nicht darauf beschränken.

Sie sind jüngst eine Partnerschaft mit Simplifier eingegangen. Warum Simplifier? Was sind Ihre Ziele in dem Zusammenhang?

Simplifier ist eine moderne Low-Code-Plattform, die sich beständig weiterentwickelt, ein solides Open-Source-Framework im Zentrum hat und eine klare Strategie aufweist. Besonders gefällt mir die Machermentalität des Unternehmens, dies entspricht auch unserer Unternehmenskultur. In dieser Partnerschaft bündeln wir die Kompetenzen von adesso, einem führenden Premium-IT-Dienstleister im deutschsprachigen Raum, mit der Plattformkompetenz von Simplifier. Ich bin überzeugt, dass wir so positiv zur Wertschöpfung der Kunden beitragen und sie kompetent begleiten können, von der Idee bis zum Betrieb, von der Prozessoptimierung bis zur technologischen Umsetzung, von der Individualentwicklung bis zu Standardintegrationen, von modernen KI-Technologien bis zur Legacy-Migration – alles aus einer Hand.

Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Straube.

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