Nach über einem Jahrzehnt in der Enterprise-Softwareentwicklung habe ich eine schmerzhafte Wahrheit gelernt: Die meisten Low-Code-Plattformen versprechen Agilität, liefern aber Abhängigkeit. Sie beschleunigen die Entwicklung, aber fesseln Sie an proprietäre Systeme, die unmöglich zu verlassen sind.
Bei Simplifier haben wir einen anderen Weg gewählt — einen, den wir „Exit-by-Design“ nennen. Wir planen Ihren Ausstieg von Tag 1. Das klingt kontraintuitiv, aber es ist der einzige Weg, echtes Vertrauen aufzubauen. Hier ist, warum echte Code Ownership in Low-Code-Umgebungen entscheidend ist und wie wir sicherstellen, dass Sie niemals in unserer Plattform gefangen sind.
Das Low-Code-Dilemma: Geschwindigkeit vs. Kontrolle
Die meisten Unternehmen wählen Low-Code-Plattformen aus einem einfachen Grund: Sie müssen schnell digitale Lösungen liefern. Aber was passiert, wenn sich Ihre Anforderungen ändern? Wenn der Anbieter die Preise erhöht? Wenn die Plattform eingestellt wird?
Das traditionelle Low-Code-Problem:
- Ihre Geschäftslogik ist in proprietären Formaten gespeichert
- Datenexport ist begrenzt oder unmöglich
- Anpassungen sind nur innerhalb der Plattform möglich
- Migration bedeutet komplette Neuentwicklung
Simplifiers Ansatz für echte Code Ownership:
- Geschäftslogik in lesbarem JavaScript innerhalb von Business Objects
- Standardbasierte UI auf Basis von OpenUI5/SAPUI5
- Offene Connector-Architektur mit 12+ Integrationstypen
- Transparente Deployment-Optionen: On-Premise, SAP BTP oder Simplifier Runtime
Die drei Ebenen des Low-Code Vendor Lock-ins
Das gefährlichste Lock-in passiert auf der Datenebene, sobald Ihre Unternehmensdaten in proprietären Formaten gefangen sind. Aber auch die Logik-Ebene wird oft unterschätzt: Wenn Ihre Geschäftsregeln nur innerhalb einer Plattform existieren, besitzen Sie im Grunde Ihre eigene Geschäftslogik nicht mehr.
Simplifiers Architektur für Plattformunabhängigkeit
Was Simplifier von anderen Low-Code-Plattformen unterscheidet, ist keine einzelne Funktion — es ist eine architektonische Grundentscheidung. Jede Schicht der Plattform wurde so konzipiert, dass sie auf offenen Standards basiert und Ihre Investitionen schützt.
1. Business Objects: Ihre Logik, Ihr Code
Das Herzstück jeder Simplifier-Anwendung sind Business Objects. Das sind server- und clientseitige Logik-Container, die Ihre Geschäftsregeln in lesbarem JavaScript kapseln.
Was das konkret bedeutet:
- Serverseitige Business Objects enthalten Ihre Geschäftslogik als JavaScript-Funktionen mit definierten Ein- und Ausgabeparametern. Jede Funktion ist einzeln testbar, versionierbar und dokumentiert.
- Clientseitige Business Objects steuern die UI-Logik und können direkt auf Datenquellen zugreifen.
- Business Objects können andere Business Objects aufrufen, Connectors nutzen, Plugins einbinden und das alles über klar definierte, dokumentierte Schnittstellen.
- Seit kurzem unterstützt Simplifier sogar KI-gestützte Erstellung von Business Objects, was die Entwicklung weiter beschleunigt.
Der entscheidende Unterschied:Ihre Geschäftslogik ist nicht in einem proprietären visuellen Format versteckt. Sie ist lesbarer JavaScript-Code, den Ihre Entwickler verstehen, prüfen und — wenn nötig — in jede andere JavaScript-Umgebung übertragen können.
2. Offene Connector-Architektur
Statt Sie an proprietäre Integrations-APIs zu binden, bietet Simplifier eine offene Connector-Architektur mit über 12 spezialisierten Connector-Typen:
Warum das für Ihre Unabhängigkeit entscheidend ist:
Jeder Connector wird über die Simplifier-Plattform konfiguriert — mit standardisierten Authentifizierungsmethoden wie OAuth2, Zertifikaten, Username/Password, SAP Logon Tickets oder Token-basierter Authentifizierung. Die Konfiguration ist transparent und dokumentiert.
Das bedeutet: Ihre Integrationen sind nicht in proprietärem Code versteckt. Sie wissen genau, welche Systeme angebunden sind, welche Authentifizierung verwendet wird und welche Daten fließen. Wenn Sie Simplifier verlassen möchten, haben Sie eine vollständige Dokumentation Ihrer Integrationslandschaft und können diese mit Standard-Technologien nachbauen.
| Connector-Typ | Ziel-Systeme | Standard |
|---|---|---|
| SAP RFC | SAP ECC, S/4HANA | RFC-Protokoll |
| REST | Beliebige REST APIs | HTTP/HTTPS |
| OData | SAP, Microsoft, etc. | OData V2/V4 |
| SQL | PostgreSQL, Oracle, SQL Server, MySQL | Standard SQL |
| SOAP | Legacy Enterprise Services | WSDL/SOAP |
| MQTT | IoT-Geräte, Broker | MQTT 3.1/5.0 |
| OPC UA | Industriesteuerungen | OPC UA Standard |
| CSV | Datei-Import/Export | CSV-Format |
| SMTP/IMAP Server | Email-Protokolle | |
| Push | Mobile Geräte | Push Notification Standards |
| Proxy | Netzwerk-Routing | HTTP Proxy |
3. OpenUI5/SAPUI5: UI auf offenen Standards
Hier liegt einer der größten Unterschiede zu anderen Low-Code-Plattformen: Simplifier basiert auf OpenUI5/SAPUI5 und SAP Fiori Design Guidelines und nicht auf proprietären UI-Frameworks.
Was das für Sie bedeutet:
- OpenUI5 ist Open Source. Der gesamte UI-Framework-Code ist öffentlich verfügbar unter openui5.org. Ihre UI-Investitionen basieren auf einem Framework, das unabhängig von Simplifier existiert.
- SAP Fiori Design Guidelines sorgen für Enterprise-taugliche UX, die Ihren Nutzern bereits vertraut ist — besonders in SAP-Umgebungen.
- Drag-and-Drop mit Substanz: Simplifiers visueller App-Builder nutzt Widget Groups und Custom Widgets, die auf OpenUI5-Komponenten basieren. Sie können eigene Widgets erstellen, externe Libraries einbinden und das Theming über den integrierten CSS-Editor anpassen.
- Cross-Platform: Ihre Apps laufen ohne separate Entwicklung, im Browser und als native Mobile Apps (iOS/Android) über den Simplifier Mobile Client.
Zum Vergleich: Viele Low-Code-Plattformen verwenden proprietäre Rendering-Engines, die Ihre UI-Komponenten untrennbar an die Plattform binden. Bei Simplifier basiert Ihre UI auf einem offenen Standard, der von SAP und einer großen Open-Source-Community gepflegt wird.
4. Daten-Souveränität durch Design
Simplifier verfolgt einen klaren Grundsatz: Ihre Daten gehören Ihnen — und bleiben in Ihren Systemen.
Die Plattform bietet einen integrierten Database Designer, mit dem Sie:
- Datenbank-Schemas erstellen und verwalten
- Bestehende Datenbanken importieren und anbinden
- Daten direkt bearbeiten und exportieren
- Schemas zwischen Umgebungen transportieren
Simplifier fungiert primär als Integrations- und Präsentationsschicht. Ihre Daten bleiben in Ihren SAP-Systemen, Ihren SQL-Datenbanken, Ihren REST-APIs. Die Plattform greift über Connectors darauf zu, speichert aber keine Geschäftsdaten dauerhaft in proprietären Formaten.
Das ist ein fundamentaler Architektur-Unterschied: Während andere Plattformen Ihre Daten in eigene Datenbanken kopieren und dort einschließen, lässt Simplifier Ihre Daten dort, wo sie hingehören — in Ihren Systemen.
Migration-Strategien: Raus aus Simplifier (wenn Sie wollen)
Der „Exit-by-Design“ Ansatz
Bei Simplifier planen wir Ihren Ausstieg von Tag 1. Das klingt kontraintuitiv, aber es ist der einzige Weg, echtes Vertrauen aufzubauen. Wir nennen das „Exit-by-Design“. Klingt wie ein Marketing-Slogan, ist aber eine architektonische Entscheidung.
Warum eine Migration realistisch ist
Lassen Sie mich die vier Gründe erklären, warum ein Ausstieg aus Simplifier kein Albtraum-Szenario ist:
1. Ihre Geschäftslogik ist portabler JavaScript-Code
Business Objects enthalten JavaScript-Funktionen mit klar definierten Schnittstellen. Diese Logik kann in jede Node.js-Umgebung, jeden Express-Server oder jedes andere JavaScript-Backend übertragen werden. Sie müssen keine proprietäre Sprache „übersetzen“ — es ist bereits JavaScript.
2. Ihre Integrationen basieren auf Standards
Jeder Simplifier-Connector nutzt Standard-Protokolle: RFC für SAP, HTTP/REST für APIs, Standard-SQL für Datenbanken, MQTT für IoT. Wenn Sie Simplifier verlassen, ersetzen Sie den Connector durch das entsprechende native SDK oder eine Standard-Library — die Protokolle und Endpunkte bleiben identisch.
3. Ihre UI basiert auf OpenUI5 — einem Open-Source-Framework
OpenUI5-Anwendungen können standalone betrieben werden. Sie brauchen keinen Simplifier-Server, um eine OpenUI5-App auszuführen. Die Migration bedeutet primär, die Simplifier-spezifische Hosting-Schicht durch einen eigenen Webserver zu ersetzen.
4. Das Transport-System dokumentiert Ihre gesamte Anwendung
Simplifiers Transport-System ermöglicht den Export Ihrer Anwendungen als Pakete, inklusive Business Objects, Connector-Konfigurationen, UI-Definitionen und Workflow-Definitionen. Diese Pakete sind Ihre vollständige Anwendungsdokumentation.
Das Transport-System: Ihre Versicherungspolice
Das Transport-System ist ein oft übersehenes, aber entscheidendes Feature für Ihre Unabhängigkeit:
- Pakete erstellen: Fassen Sie Apps, Business Objects, Connectors und Konfigurationen in Transport-Paketen zusammen
- Manueller Transport: Exportieren Sie Pakete und importieren Sie sie in andere Umgebungen
- Remote Transport: Automatisierter Transport zwischen verbundenen Simplifier-Instanzen
- Umgebungs-Management: Entwicklung → Test → Produktion mit vollständiger Nachverfolgbarkeit
Warum das für Exit-by-Design wichtig ist: Das Transport-System gibt Ihnen jederzeit einen vollständigen Snapshot Ihrer gesamten Anwendungslandschaft. Sie wissen genau, was Sie haben, wie es konfiguriert ist und wie es zusammenhängt.
Häufige Low-Code Lock-in Fallen — und Simplifiers Antworten
1. Die „Proprietary Widget“ Falle
Das Problem: Andere Plattformen verwenden proprietäre UI-Komponenten, die nur innerhalb der Plattform funktionieren. Ihre gesamte UI-Investition ist verloren, wenn Sie wechseln.
Simplifiers Antwort: Die UI basiert auf OpenUI5/SAPUI5 — einem Framework mit über 700 Enterprise-UI-Komponenten, das von SAP als Open Source gepflegt wird. Simplifier erweitert dieses Framework mit einem visuellen Builder, Custom Widgets und einem CSS-Editor, aber die Grundlage bleibt ein offener Standard.
Wenn Sie Simplifier verlassen, nehmen Sie Ihre OpenUI5-Kenntnisse und -Investitionen mit. Das Framework existiert unabhängig von Simplifier und wird von einer großen Community weiterentwickelt.
2. Die „Workflow Engine“ Falle
Das Problem: Geschäftslogik ist in proprietären Workflow-Engines gefangen, die nur innerhalb der Plattform ausführbar sind.
Simplifiers Antwort: Simplifiers Workflow-Engine bietet einen visuellen Builder mit Conditions, Variables und Outcomes. Workflows bestehen aus klar definierten Schritten:
- User Tasks — Aufgaben, die menschliche Interaktion erfordern
- Automated Tasks — Automatisch ausgeführte Schritte (z.B. Business Object Aufrufe)
- Notification Tasks — Benachrichtigungen an Nutzer oder Systeme
- Parallele Ausführung — Mehrere Workflow-Pfade gleichzeitig
Die Workflow-Logik ist transparent: Jeder Schritt hat definierte Eingaben, Ausgaben und Bedingungen. Bei einer Migration können Sie diese Logik in jede andere Workflow-Engine oder in programmatische Orchestrierung übersetzen, weil die Geschäftsregeln dokumentiert und nachvollziehbar sind.
3. Die „Integration Lock-in“ Falle
Das Problem: Integrationen funktionieren nur innerhalb der Plattform. Wenn Sie wechseln, müssen Sie alle Integrationen von Grund auf neu aufbauen.
Simplifiers Antwort: Jeder Connector dokumentiert exakt, welches Zielsystem angebunden ist, welche Authentifizierung verwendet wird und welche Operationen aufgerufen werden. Diese Information ist Ihre Integrations-Dokumentation.
Bei einer Migration ersetzen Sie den Simplifier-Connector durch das native SDK des Zielsystems:
| Simplifier Connector | Natives Äquivalent |
|---|---|
| SAP RFC Connector | SAP NW RFC SDK / node-rfc |
| REST Connector | axios / fetch / got |
| OData Connector | SAP Cloud SDK / odata-client |
| SQL Connector | pg / mysql2 / oracledb |
| MQTT Connector | mqtt.js |
Die Protokolle, Endpunkte und Authentifizierungsmethoden bleiben identisch — nur die Abstraktionsschicht ändert sich.
Deployment-Flexibilität: Kein Single Point of Failure
Ein weiterer Aspekt der Plattformunabhängigkeit ist die Deployment-Flexibilität. Simplifier bietet drei Deployment-Optionen:
Warum das wichtig ist: Sie sind nicht an eine einzige Cloud gebunden. Simplifier ist verfügbar auf dem AWS Marketplace, dem Azure Marketplace und dem SAP Store. Wenn sich Ihre Cloud-Strategie ändert, ändert sich Ihr Deployment aber nicht Ihre Anwendung.
Für mobile Anwendungen bietet Simplifier einen nativen Mobile Client für iOS und Android. Ihre Apps können als standalone Mobile Apps in den App Stores veröffentlicht werden — ein weiterer Aspekt der Unabhängigkeit.
Monitoring Ihrer Plattform-Unabhängigkeit
Der Simplifier Independence Score
Wie unabhängig sind Sie wirklich? Hier ist ein Framework zur Selbstbewertung:
Ihre Independence-Checkliste
Statt eines erfundenen CLI-Tools hier eine praktische Checkliste, die Sie regelmäßig durchgehen sollten:
Geschäftslogik-Portabilität:
- [ ] Sind alle Business Objects dokumentiert?
- [ ] Ist die JavaScript-Logik ohne Simplifier-spezifische APIs verständlich?
- [ ] Gibt es für jede kritische Funktion Unit-Tests?
Integrations-Transparenz:
- [ ] Ist jeder Connector mit Zielsystem und Authentifizierung dokumentiert?
- [ ] Kennen Sie die nativen SDK-Äquivalente für jeden Connector?
- [ ] Sind Ihre API-Endpunkte und Credentials unabhängig von Simplifier gespeichert?
Daten-Souveränität:
- [ ] Liegen Ihre Geschäftsdaten in Ihren eigenen Systemen?
- [ ] Können Sie auf alle Daten ohne Simplifier zugreifen?
- [ ] Ist Ihr Datenbank-Schema im Database Designer dokumentiert?
Deployment-Flexibilität:
- [ ] Haben Sie Ihre Deployment-Option bewusst gewählt?
- [ ] Kennen Sie die Alternativen (On-Premise, BTP, Runtime)?
- [ ] Sind Ihre Transport-Pakete aktuell?
Warum Simplifier anders ist: Zahlen statt Versprechen
Statt leerer Versprechen hier die Fakten, die Simplifiers Position untermauern:
| Merkmal | Simplifier | Typische Low-Code-Plattform |
|---|---|---|
| UI-Framework | OpenUI5/SAPUI5 (Open Source) | Proprietär |
| Geschäftslogik | JavaScript (lesbar, portabel) | Proprietäres Format |
| Connector-Standards | RFC, REST, OData, SQL, SOAP, MQTT, OPC UA | Plattform-eigene APIs |
| Daten-Speicherung | In Ihren Systemen | In der Plattform-Cloud |
| Deployment | On-Premise, SAP BTP, Cloud (AWS/Azure) | Nur Anbieter-Cloud |
| Mobile | Native iOS/Android Client | WebView oder proprietär |
| Transport/Export | Vollständiges Paket-System | Eingeschränkt oder nicht vorhanden |
| SAP-Integration | SAP Silver Partner, SAP-zertifiziert | Oft nur über REST |
| Community | 5.500+ App Builder, 120.000+ End User | Variiert |
Transparente Preisgestaltung ohne Lock-in
Ein oft übersehener Aspekt von Vendor Lock-in ist die Preisgestaltung. Wenn der Export Ihrer Daten und Anwendungen extra kostet, ist das eine versteckte Lock-in-Gebühr.
Bei Simplifier gilt:
- Kein Aufpreis für Export — Das Transport-System ist Teil der Plattform
- Keine Migration-Gebühren — Ihre Daten und Logik gehören Ihnen
- Keine versteckten Kosten für Standard-Connectors
- Proaktive Migration-Unterstützung — Wir helfen Ihnen beim Verlassen, wenn das Ihre Entscheidung ist



