Real Talk aus dem Mittelstand: Warum „Wünsch dir was“ plötzlich Realität wird
Klar: Digitalisierung ist auch in deutschen Unternehmen flächendeckend mehr als ein Strategiepapier. Der Mittelstand hat sich längst gut sortiert, was die eigene digitale Performance betrifft – meist besser als öffentliche Einrichtungen. Im Gespräch mit Alexander Bodi von der HF MIXING Group wird schnell klar: Die größte Hürde ist nicht Technologie, sondern das Denken in Grenzen.
„Das geht nicht“ – der häufigste Satz der Digitalisierung
Viele Unternehmen kennen diese Situation: Eine Idee entsteht im Fachbereich. Ein Prozess könnte einfacher, schneller, besser laufen.
Und dann kommt die Realität:
- „Zu komplex.“
- „Zu teuer.“
- „Passt nicht ins System.“
- „Dafür haben wir keine Ressourcen.“
Die Folge: Gute Ideen werden gar nicht erst weiterverfolgt. Auch bei der HF MIXING Group war das lange Zeit nicht anders. Bis sich die Perspektive grundlegend verändert hat. Alexander Bodi beschreibt diesen Wandel sehr treffend:
„Früher haben wir überlegt, was nicht geht. Heute überlegen wir, was uns wirklich helfen würde.“
Der entscheidende Unterschied: Nicht mehr die Suche nach der perfekten Standardlösung steht im Mittelpunkt, sondern die Frage: Welcher Use Case bringt uns konkret weiter? Und genau hier beginnt ein neuer Ansatz von Digitalisierung. Ein erster Use Case bei der HF MIXING Group zeigt, wie schnell sich Dinge verändern können. Die Herausforderung: Vertriebsmitarbeiter mussten täglich zwischen zahlreichen Systemen wechseln: SAP, Produktdatenbanken, SharePoint, Office-Anwendungen und viele weitere Tools. Ziel war es, alle relevanten Informationen in einer zentralen Oberfläche zusammenzuführen. Das Ergebnis war eine funktionierende Anwendung – in rund 10 Tagen. Und genau das sorgte zunächst für Irritation.
„Wenn das so schnell geht, kann es ja nicht gut sein.“
Ein Satz, der viel über die gewohnte Projektlogik in Unternehmen verrät. Doch die eigentliche Wirkung liegt nicht in der Geschwindigkeit selbst, sondern in dem, was sie auslöst: Fachbereiche beginnen, anders zu denken, Ideen werden nicht mehr vorschnell verworfen, Mitarbeiter entwickeln eigene Use-Cases, Teams übernehmen Verantwortung. Vor allem jüngere Mitarbeitende treiben diese Entwicklung aktiv voran. Es entstehen neue, kleine Einheiten – „Schnellboote“, die unabhängig Lösungen entwickeln und schnell Ergebnisse liefern.
Clean Core: Standard bleibt Standard
Parallel dazu verfolgt die HF Group eine klare architektonische Strategie: Clean Core, also das SAP-Kernsystem bleibt stabil und unverändert, individuelle Anforderungen werden außerhalb umgesetzt, Prozesse werden flexibel orchestriert, statt im Core verankert. Oder wie Bodi es beschreibt:
„Alles, was uns wirklich unterscheidet, bauen wir so, dass wir es selbst beherrschen.“
Vom Add-on zur echten Alternative
Besonders spannend ist der wirtschaftliche Blick. Denn es geht nicht nur darum, zusätzliche Anwendungen zu bauen, sondern um eine deutlich weitergehende Frage: Was passiert, wenn wir bestehende Software komplett ersetzen? Bodi verfolgt hier bewusst einen disruptiven Ansatz: Standardsoftware wird hinterfragt, ineffiziente Lösungen werden abgelöst und neue Anwendungen entstehen gezielt auf einer Plattform. Ein Beispiel dafür ist die Digitalisierung der Produktion:
- Betriebsdatenerfassung (BDE)
- Maschinendatenerfassung (MDE)
- Multimanning
- Digitale Bereitstellung aller Informationen direkt am Arbeitsplatz
Und das nicht als Großprojekt, sondern Schritt für Schritt, in einzelnen Services. So überzeugend der Ansatz ist – er funktioniert nicht ohne klare Leitplanken. Bei der HF MIXING Group spielen daher auch IT-Governance, Cybersecurity und die Integration in hybride Systemlandschaften eine zentrale Rolle. Die Plattform wird nur dort eingesetzt, wo sie diese Anforderungen erfüllt. Oder anders gesagt: Geschwindigkeit ohne Kontrolle ist kein Fortschritt.
„Einfach machen“? Ja – aber richtig
Zum Ende des Gesprächs bleibt eine zentrale Erkenntnis:
„Nicht einfach machen. Sondern die richtigen Dinge machen.“
Denn die größte Herausforderung ist nicht die Umsetzung, sondern die Auswahl der richtigen Use-Cases. Der Real Talk mit der HF MIXING Group zeigt sehr klar: Digitalisierung im Mittelstand funktioniert anders als oft gedacht. Nicht durch große Programme oder perfekte Standard-Software, sondern durch klare Use-Cases, schnelle Umsetzung, mutige Entscheidungen und die Bereitschaft, Bestehendes zu hinterfragen.


